Die Leistungsfähigkeit eines Zielfernrohrs hängt nicht allein von der Qualität der Optik ab. Ebenso wichtig ist die mechanische Verbindung zwischen Zielfernrohr und Waffe.
Eine hochwertige Zielfernrohrmontage muss das optische System sicher halten. Gleichzeitig sollte sie ihre Position und Ausrichtung gegenüber der Picatinnyschiene möglichst konstant beibehalten. Besonders relevant wird diese Eigenschaft, wenn das Zielfernrohr oder die Montage abgenommen und anschließend erneut befestigt wird.
Das kann beispielsweise beim Transport, bei Reinigungsarbeiten, bei Wartungen oder beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Optiken erforderlich sein. In diesen Situationen zeigt sich, wie zuverlässig eine Montage tatsächlich arbeitet.
Was bedeutet Wiederholgenauigkeit bei einer Zielfernrohrmontage?
Wiederholgenauigkeit beschreibt grundsätzlich die Fähigkeit eines technischen Systems, einen Vorgang mehrfach auszuführen und dabei möglichst gleiche Ergebnisse zu erzielen.
Auf eine Zielfernrohrmontage übertragen bedeutet das: Wird die Montage von der Picatinnyschiene gelöst und anschließend unter vergleichbaren Bedingungen erneut befestigt, sollte sich die Achse des Zielfernrohrs gegenüber der Schiene möglichst wenig verändern.
Dabei geht es nicht nur um die reine Position. Auch die räumliche Orientierung ist entscheidend. Eine Montage kann sich nach einer erneuten Befestigung beispielsweise geringfügig:
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seitlich verschieben
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in der Höhe verändern
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in Längsrichtung versetzen
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oder winkelbezogen abweichen
Bereits kleine Veränderungen können sich mit zunehmender Schussentfernung auf die Treffpunktlage auswirken. Wiederholgenauigkeit ist deshalb kein rein theoretischer Kennwert. Sie ist ein praktischer Bestandteil eines zuverlässig aufgebauten Zielsystems.
Wiederholgenauigkeit ist nicht dasselbe wie absolute Genauigkeit
Die Begriffe Genauigkeit und Wiederholgenauigkeit werden häufig gleich verwendet. Technisch beschreiben sie jedoch unterschiedliche Eigenschaften.
Die absolute Genauigkeit gibt an, wie nahe ein gemessener oder erreichter Wert an einer definierten Sollposition liegt. Die Wiederholgenauigkeit beschreibt hingegen, wie eng mehrere aufeinanderfolgende Ergebnisse beieinanderliegen.
Eine Montage kann daher sehr wiederholgenau sein, obwohl ihre optische Achse dauerhaft eine bestimmte Abweichung zu einer idealen Sollausrichtung aufweist.
Für die praktische Nutzung sind beide Eigenschaften relevant. Nach dem Einschießen eines Zielfernrohrs ist jedoch besonders wichtig, dass die vorhandene Ausrichtung nach einer Demontage möglichst reproduzierbar wiederhergestellt wird.
„Return to Zero“ als praxisnaher Begriff
Im internationalen Markt wird für diese Eigenschaft häufig der Begriff „Return to Zero“ verwendet. Gemeint ist die Fähigkeit eines Systems, nach dem Abnehmen und erneuten Anbringen der Optik möglichst nahe an die zuvor eingestellte Treffpunktlage zurückzukehren.
Die tatsächliche Treffpunktlage hängt jedoch nicht ausschließlich von der Zielfernrohrmontage ab. Sie wird durch das gesamte System beeinflusst.
Zu den relevanten Faktoren zählen unter anderem:
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die Qualität und Maßhaltigkeit der Picatinnyschiene
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die mechanische Stabilität der Waffe
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das Zielfernrohr und seine Verstelleinrichtung
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die verwendete Munition
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äußere Bedingungen
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die Montageposition
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das Anziehverfahren
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der Zustand der Kontaktflächen
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die jeweilige Schießsituation
Eine wiederholgenaue Zielfernrohrmontage kann somit eine wichtige mechanische Fehlerquelle reduzieren. Eine vollständig unveränderte Treffpunktlage lässt sich dadurch jedoch nicht unabhängig von allen anderen Einflussgrößen garantieren.
Worauf kommt es bei einer wiederholgenauen Montage an?
Eine hohe Wiederholgenauigkeit entsteht nicht durch ein einzelnes Bauteil. Sie ist das Ergebnis eines abgestimmten Gesamtsystems aus Konstruktion, Werkstoffauswahl, Fertigungsqualität und Montageverfahren.
Definierte Kontaktflächen zur Picatinnyschiene
Bei jeder Montage entstehen Kontaktflächen zwischen der Zielfernrohrmontage und der Picatinny-Schiene. Über diese Flächen werden Klemmkräfte, Rückstoßkräfte und weitere mechanische Belastungen übertragen.
Für eine reproduzierbare Positionierung müssen die Kontaktflächen eindeutig und stabil ausgeführt sein. Nach dem Aufsetzen sollte die Montage immer an den vorgesehenen Stellen anliegen. Die Geometrie muss sie zuverlässig in eine klar definierte Position führen.
Unterschiedliche Anlagezustände können dazu führen, dass sich die Montage bei jeder erneuten Befestigung geringfügig anders ausrichtet. Das beeinträchtigt die Wiederholgenauigkeit.
Entscheidend ist daher nicht nur eine geringe Fertigungstoleranz. Auch eine konstruktiv klar definierte Kontakt- und Kraftführung spielt eine zentrale Rolle. Nur wenn beide Faktoren stimmen, lässt sich die Zielfernrohrmontage zuverlässig und reproduzierbar positionieren.
Formstabile und verschleißbeständige Klemmelemente
Beim wiederholten Anziehen und Lösen wirken hohe lokale Flächenpressungen auf die Klemmelemente. Sind die Kontaktflächen nicht ausreichend formstabil, können sich kleine plastische Verformungen, Eindrückungen oder Verschleißerscheinungen bilden.
Solche Veränderungen beeinflussen möglicherweise die Geometrie der Verbindung und damit auch die Klemmverhältnisse. Für eine hohe Wiederholgenauigkeit sollten die funktionsrelevanten Kontaktflächen deshalb so ausgelegt sein, dass ihre Geometrie auch nach wiederholten Montagezyklen möglichst konstant bleibt.
Eine stabile und kontrollierte Vorspannkraft
Die Klemmung einer Zielfernrohrmontage funktioniert nur zuverlässig, wenn eine ausreichende Vorspannkraft aufgebaut und während der Nutzung möglichst konstant gehalten wird.
Das Anziehdrehmoment ist dabei nicht das eigentliche Ziel. Es dient dazu, die notwendige Vorspannkraft in der Schraubverbindung zu erzeugen.
Wie viel Vorspannkraft tatsächlich entsteht, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
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der Schraubengeometrie
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den Reibungsverhältnissen im Gewinde
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der Reibung unter dem Schraubenkopf
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dem Zustand der Kontaktflächen
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möglichen Verschmutzungen
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verwendeten Schmierstoffen
Setzen sich einzelne Flächen nach dem Anziehen geringfügig, kann die Vorspannkraft abnehmen. Eine konstruktiv gut ausgelegte Schraubverbindung sollte daher nicht nur ausreichend Klemmkraft erzeugen. Sie sollte auch möglichst unempfindlich gegenüber kleinen Setzbeträgen sein.
Ausreichende Steifigkeit des Gesamtsystems
Eine Zielfernrohrmontage darf sich unter Belastung nicht unkontrolliert verformen. Gleichzeitig müssen die auftretenden Kräfte möglichst gleichmäßig und vorhersehbar durch den Montagekörper geleitet werden.
Dabei kommt es nicht allein auf eine besonders massive Bauweise an. Entscheidend ist ein sinnvoller Kraftfluss. Material, Querschnitte, Übergänge, Schraubenpositionen und Klemmelemente müssen konstruktiv aufeinander abgestimmt sein.
Eine hohe Steifigkeit trägt dazu bei, Relativbewegungen zwischen Zielfernrohr, Montage und Picatinnyschiene zu begrenzen.
Präzise Ringklemmung und Ausrichtung
Neben der Verbindung zur Picatinnyschiene ist auch die Aufnahme des Zielfernrohrs von Bedeutung. Die Ringe müssen das Zielfernrohr sicher halten, ohne das Mittelrohr unzulässig zu belasten.
Gleichzeitig sollten die Ringaufnahmen möglichst fluchtend gefertigt sein. Eine ungleichmäßige oder verspannte Klemmung kann nicht nur das Zielfernrohr belasten. Sie kann auch die Ausrichtung des optischen Systems beeinflussen.
Wenn ausschließlich die Wiederholgenauigkeit der Schienenklemmung untersucht werden soll, sollte die Ringverbindung während der einzelnen Messzyklen unverändert bleiben.
Ein reproduzierbares Montageverfahren ist entscheidend
Selbst eine präzise gefertigte Montage kann nur dann wiederholgenau arbeiten, wenn sie bei jeder Montage unter möglichst vergleichbaren Bedingungen angebracht wird.
Wichtig sind insbesondere:
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dieselbe Position beziehungsweise dieselbe Quernut auf der Picatinnyschiene
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saubere und unbeschädigte Kontaktflächen
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die in der Montageanleitung vorgegebene Ansetzrichtung
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eine gleichmäßige Betätigung der Klemmelemente
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die Einhaltung der festgelegten Anziehdrehmomente
Nicht freigegebene Schmierstoffe, stark abweichende Anziehdrehmomente oder Verschmutzungen können die Reibungsverhältnisse verändern. Dadurch kann bei gleichem Drehmoment eine andere Vorspannkraft entstehen.
Wiederholgenauigkeit ist deshalb immer das Ergebnis aus geeigneter Konstruktion und reproduzierbarer Anwendung.
Wie Oktatec® die konstruktiven Anforderungen umsetzt
Bei den entsprechenden Zielfernrohrmontagen von Oktatec® wird die Verbindung zur Picatinnyschiene als technisch zusammenhängendes Klemmsystem betrachtet.
Ziel ist es, definierte Kontaktbedingungen zu schaffen und Veränderungen innerhalb der Klemmverbindung möglichst gering zu halten.
Bei allen entsprechenden Modellen mit Ausnahme der Lightweight Variante wird dieses Ziel durch das Zusammenspiel von zwei gehärteten Stahlbacken und einem speziell ausgelegten Dehnschraubenkonzept unterstützt.
Die Lightweight Variante besitzt konstruktionsbedingt ein eigenständiges Klemmkonzept. Bei diesem Modell kommen weder die beschriebenen gehärteten Stahlklemmbacken noch das Dehnschraubenkonzept zum Einsatz.
Die folgenden Ausführungen beziehen sich daher ausdrücklich auf die entsprechenden Oktatec Modelle außerhalb der Lightweight Baureihe.
Klemmung zwischen zwei gehärteten Stahlbacken
Bei den entsprechenden Oktatec Modellen wird die Picatinnyschiene zwischen zwei gehärteten Stahlbacken geklemmt. Damit befinden sich an der funktionsrelevanten Klemmstelle formstabile und verschleißbeständige Elemente.
Die gehärteten Stahlbacken tragen dazu bei, lokale Verformungen und Veränderungen an den Klemmelementen zu reduzieren. Gerade bei wiederholtem Lösen und Anziehen ist das von Bedeutung.
Bleibt die Geometrie der Kontaktflächen möglichst konstant, können auch die Anlagebedingungen reproduzierbarer erhalten werden.
Im Vergleich zu einer ausschließlich über weichere Werkstoffkanten ausgeführten Klemmung bieten gehärtete Stahlbacken eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Verschleiß und lokalen Eindrückungen. Dadurch wird das Risiko reduziert, dass sich der Kontaktzustand innerhalb der Montage nach mehreren Montagezyklen schrittweise verändert.
Gleichzeitig ermöglichen die beiden Klemmbacken eine klar definierte Kraftübertragung auf die Picatinnyschiene. Die Montage wird über konstruktiv festgelegte Klemmelemente verspannt. Das unterstützt reproduzierbare Anlagebedingungen.
Das Dehnschraubenkonzept
Bei denselben Modellen wird die Stahlbackenklemmung durch ein speziell ausgelegtes Dehnschraubenkonzept ergänzt. Auch dieses Konstruktionsmerkmal kommt bei der Lightweight Variante nicht zum Einsatz.
Eine Dehnschraube wird so ausgelegt, dass sie innerhalb des vorgesehenen Betriebsbereichs einen definierten elastischen Federweg aufweist. Beim Anziehen wird die Schraube elastisch gedehnt und erzeugt dadurch die notwendige Vorspannkraft für die Klemmverbindung.
Der technische Vorteil zeigt sich insbesondere bei kleinen Setzvorgängen. Wenn sich Kontaktflächen nach dem Anziehen geringfügig setzen, kann die elastische Dehnung der Schraube einen Teil dieser Veränderung aufnehmen.
Die Vorspannkraft fällt dadurch weniger stark ab, als es bei einer sehr steifen Schraubverbindung mit geringem elastischem Federweg der Fall sein kann.
Das Dehnschraubenkonzept verhindert Setzvorgänge nicht vollständig. Es trägt jedoch dazu bei, deren Einfluss auf die Klemmkraft zu reduzieren und die Vorspannung innerhalb des vorgesehenen Einsatzbereichs stabiler zu halten.
Das Zusammenspiel der konstruktiven Elemente
Nicht allein die Härte der Klemmbacken oder die Ausführung der Schrauben ist entscheidend. Maßgeblich ist das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.
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Die gehärteten Stahlbacken schaffen formstabile Kontaktflächen
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Das Dehnschraubenkonzept erzeugt eine elastisch abgestützte Vorspannkraft
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Die präzise gefertigte Montagegeometrie definiert die Lage auf der Picatinnyschiene
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Die vorgegebenen Anziehdrehmomente stellen den vorgesehenen Betriebsbereich sicher
Durch diese Kombination wird eine wichtige Voraussetzung für eine reproduzierbare Montage geschaffen: Die mechanischen Randbedingungen sollen sich nach dem Lösen und erneuten Anziehen möglichst wenig verändern.
Die Wiederholgenauigkeit wird damit nicht als isoliertes Marketingmerkmal betrachtet. Sie ist das Ergebnis einer gezielt abgestimmten Verbindungstechnik.
Prüfung der Wiederholgenauigkeit auf einer Koordinatenmessmaschine
Technische Eigenschaften sollten nicht nur konstruktiv angestrebt, sondern auch messtechnisch beurteilt werden können. Oktatec® prüft die Wiederholgenauigkeit seiner Zielfernrohrmontagen deshalb mithilfe einer Koordinatenmessmaschine.
Mit dieser Messmethode lässt sich die räumliche Lage der Montage gegenüber einer definierten Referenzschiene unter kontrollierten Bedingungen erfassen. Nach einer erneuten Montage können die Messwerte miteinander verglichen werden.

Oktatec Blockmontage Dynamic mit eingespannter Messwelle auf einem Koordinatenmessgerät
1. Die geschliffene Picatinnyschiene als Referenz
Zu Beginn der Messung wird eine geschliffene Picatinnyschiene auf der Koordinatenmessmaschine positioniert.
Anschließend werden ihre Lage, Ausrichtung und Orientierung messtechnisch erfasst. Auf dieser Grundlage wird ein Koordinatensystem aufgebaut, das als Bezug für alle weiteren Messungen dient.
Die Picatinnyschiene bildet damit die konstante Referenz. Veränderungen der später gemessenen Montage können relativ zu dieser zuvor definierten Schienenlage beurteilt werden.
2. Vormontage einer geschliffenen Messwelle
In der Zielfernrohrklemmung der zu prüfenden Oktatec Montage befindet sich eine geschliffene Messwelle. Sie ist bereits definiert in der Ringklemmung vormontiert und dient als präzise erfassbare Referenz für die Lage der späteren Zielfernrohrachse.
Der Einsatz einer Messwelle bietet einen wichtigen Vorteil: Ihre zylindrische Oberfläche und ihre Achse können auf der Koordinatenmessmaschine präzise erfasst werden.
Dadurch lassen sich sowohl die Position als auch die räumliche Orientierung der Montage bestimmen.
Da die Messwelle während der einzelnen Montagezyklen in der Zielfernrohrklemmung verbleibt, wird gezielt die Wiederholgenauigkeit der Verbindung zwischen Montage und Picatinnyschiene untersucht. Ein erneutes Öffnen und Schließen der Ringklemmung würde zusätzliche Einflussgrößen in den Prüfablauf einbringen.
3. Montage auf der Referenzschiene
Die vorbereitete Zielfernrohrmontage wird auf die geschliffene Picatinnyschiene aufgesetzt und entsprechend der Montageanleitung befestigt.
Dabei werden die festgelegte Montageweise sowie die angegebenen maximalen Anziehdrehmomente beachtet.
Für eine aussagekräftige Vergleichsmessung muss das Montageverfahren bei jedem Prüfzyklus möglichst identisch ausgeführt werden. Das betrifft insbesondere:
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die Position auf der Schiene
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die Anlage und Belastungsrichtung
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die Betätigung der Klemmelemente
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das verwendete Anziehdrehmoment
Nur unter reproduzierbaren Montagebedingungen kann beurteilt werden, welche Abweichungen tatsächlich aus der mechanischen Wiederholbarkeit der Montage resultieren.
4. Ermittlung von Lage und Orientierung
Nach der Befestigung wird die geschliffene Messwelle an mehreren Punkten auf der Koordinatenmessmaschine erfasst. Aus diesen Messpunkten lässt sich die Achse der Messwelle bestimmen.
Damit können sowohl ihre Position als auch ihre Winkelorientierung relativ zur zuvor eingemessenen Picatinnyschiene ausgewertet werden.
Die Messung liefert somit ein geometrisches Abbild des montierten Zustands. Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Messpunkt, sondern die räumliche Beziehung zwischen Referenzschiene und Messwellenachse.
5. Demontage, erneute Montage und Vergleichsmessung
Nach der ersten Messung wird die Zielfernrohrmontage von der Picatinnyschiene gelöst. Anschließend wird sie erneut unter denselben festgelegten Bedingungen montiert.
Danach erfolgt eine weitere Messung der Messwelle. Die neu ermittelte Position und Orientierung werden mit den Ergebnissen der vorherigen Messung verglichen.
So lässt sich feststellen, wie nahe die Montage nach dem erneuten Anbringen an ihre zuvor gemessene Lage zurückkehrt. Für weitergehende Beurteilungen kann dieser Montage und Messzyklus mehrfach wiederholt werden.
Was die Koordinatenmessung aussagt und was nicht
Die Messung auf einer Koordinatenmessmaschine ermöglicht eine gezielte Beurteilung der geometrischen Wiederholbarkeit einer Zielfernrohrmontage.
Im Gegensatz zu einem Schießversuch können viele äußere Einflussgrößen ausgeschlossen oder deutlich reduziert werden. Zusätzliche Abweichungen durch Munition, Wind, Laufzustand, Anschlag oder die jeweilige Schießsituation spielen bei dieser Prüfung keine Rolle.
Dadurch lässt sich die mechanische Verbindung zwischen Montage und Referenzschiene wesentlich isolierter betrachten.
Die Koordinatenmessung ist jedoch nicht mit einer vollständigen Aussage über die spätere Treffpunktlage eines individuellen Waffensystems gleichzusetzen. Sie bewertet die räumliche Wiederholbarkeit der Montage unter festgelegten Prüfbedingungen.
Für die praktische Treffpunktlage bleiben unter anderem folgende Faktoren relevant:
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das verwendete Zielfernrohr
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die Picatinnyschiene der jeweiligen Waffe
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die konkrete Montageausführung
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das Anziehverfahren
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ballistische Einflüsse
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äußere Bedingungen
Gerade diese klare Abgrenzung macht die Messung aussagekräftig. Sie untersucht gezielt den Anteil, den die Zielfernrohrmontage innerhalb des Gesamtsystems beeinflussen kann.
Was bei der erneuten Montage zu beachten ist
Auch eine konstruktiv auf Wiederholgenauigkeit ausgelegte Zielfernrohrmontage benötigt einen definierten Umgang. Die besten Voraussetzungen entstehen, wenn die Montage bei jeder Verwendung möglichst unter denselben Bedingungen befestigt wird.
Immer dieselbe Position verwenden
Die Montage sollte stets in derselben Position beziehungsweise derselben Quernut der Picatinnyschiene angebracht werden.
Eine abweichende Position kann die Ausgangslage verändern und damit die Vergleichbarkeit der Ergebnisse beeinflussen.
Kontaktflächen sauber halten
Die Kontaktflächen müssen frei von Schmutz, Spänen und anderen Fremdkörpern sein. Auch sichtbare Beschädigungen an der Schiene oder den Klemmelementen sollten vor der Montage geprüft werden.
Bereits kleine Verunreinigungen können den Anlagezustand und damit die Ausrichtung der Montage verändern.
Vorgaben der Montageanleitung einhalten
Beim Anziehen sind die Angaben der Montageanleitung maßgeblich. Ein höheres Anziehdrehmoment führt nicht automatisch zu einer besseren Verbindung.
Zu hohe Kräfte können Bauteile überlasten, Gewinde beschädigen oder die vorgesehenen Klemmkräfte innerhalb des Systems verändern.
Keine nicht freigegebenen Schmierstoffe verwenden
Zusätzliche Schmierstoffe oder Gewindebehandlungen sollten nur eingesetzt werden, wenn sie ausdrücklich freigegeben sind.
Veränderte Reibwerte können dazu führen, dass bei gleichem Drehmoment eine deutlich andere Vorspannkraft entsteht. Das kann die Funktion der Klemmverbindung und ihre Wiederholbarkeit beeinflussen.
Wiederholgenauigkeit als messbare Konstruktionsaufgabe
Die Anforderungen an moderne Zielfernrohrmontagen steigen. Anwender erwarten nicht nur eine stabile und belastbare Verbindung. Sie wünschen sich auch eine nachvollziehbare technische Grundlage für die konstruktive Ausführung.
Die Prüfung auf einer Koordinatenmessmaschine schafft hierfür eine fundierte Basis. Sie ermöglicht es, die Auswirkungen unterschiedlicher Konstruktionen, Werkstoffe und Klemmkonzepte geometrisch zu untersuchen.
Außerdem können Montageabläufe unter definierten Bedingungen verglichen und mögliche Einflussgrößen identifiziert werden.
Für die Weiterentwicklung einer Zielfernrohrmontage sind solche Messungen besonders wertvoll. Sie machen sichtbar, was sich mit bloßem Auge nicht zuverlässig beurteilen lässt: kleinste Veränderungen der Position und Orientierung nach wiederholten Montagezyklen.
Damit wird Wiederholgenauigkeit von einer allgemeinen Produkteigenschaft zu einer konkreten und überprüfbaren Konstruktionsanforderung.
Fazit
Eine wiederholgenaue Zielfernrohrmontage sollte nach dem Lösen und erneuten Befestigen möglichst zuverlässig in ihre zuvor eingenommene Position und Orientierung zurückkehren.
Dafür sind mehrere Faktoren entscheidend:
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klar definierte Kontaktflächen
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formstabile Klemmelemente
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eine kontrollierte Vorspannkraft
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eine präzise Fertigung
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eine ausreichende Systemsteifigkeit
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ein reproduzierbares Montageverfahren
Bei den entsprechenden Zielfernrohrmontagen von Oktatec® wird die Picatinnyschiene mit Ausnahme der Lightweight Variante zwischen zwei gehärteten Stahlbacken geklemmt. Diese Konstruktion unterstützt den Erhalt stabiler Kontaktbedingungen und reduziert das Risiko montagebedingter Veränderungen an den Klemmelementen.
Bei diesen Modellen ergänzt das Dehnschraubenkonzept die Stahlbackenklemmung durch einen definierten elastischen Federweg. Kleine Setzbeträge können dadurch teilweise aufgenommen werden. Ihr Einfluss auf die Vorspannkraft lässt sich so reduzieren.
Die Lightweight Variante verwendet konstruktionsbedingt ein eigenständiges Klemmkonzept. Sie besitzt weder die beschriebenen gehärteten Stahlklemmbacken noch das Dehnschraubenkonzept. Die Aussagen zu diesen beiden Konstruktionsmerkmalen beziehen sich daher ausdrücklich nicht auf dieses Modell.
Die Prüfung auf einer Koordinatenmessmaschine ermöglicht einen kontrollierten Vergleich der räumlichen Montageposition vor und nach einer Demontage. Damit wird die Wiederholgenauigkeit nicht nur angenommen, sondern anhand einer klar definierten Messmethodik beurteilt.
Eine Zielfernrohrmontage kann nicht sämtliche Einflüsse auf die Treffpunktlage eines Waffensystems ausschließen. Sie kann jedoch dazu beitragen, eine wichtige mechanische Schnittstelle kontrollierbar, stabil und reproduzierbar zu gestalten.
Genau darin liegt der konstruktive Anspruch von Oktatec®.






















































































































































